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Citalopram und andere Antidepressiva und ihre Wirkung auf die sexuelle Potenz

Citalopram PotenzZu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen bei der Einnahme von Antidepressiva gehören Störungen der Sexualität. Die US-amerikanischen Gesundheitsbehörden weisen darauf hin, dass in den Vereinigten Staaten von Amerika jeder fünfte Erwachsene unter Depressionen leidet. Dieser Wert liegt in den meisten europäischen Ländern zwar darunter, ist aber auch hier eine relativ häufige Zivilisationskrankheit. Dementsprechend häufig kommt es auch hier vor, dass Patienten über Nebenwirkungen wie den Verlust ihrer Libido klagen.

Von dieser Nebenwirkung sind übrigens Frauen wie Männer gleichermaßen betroffen – genau wie beide Geschlechter auch unter Depressionen leiden können. Um derlei Nebenwirkungen erfolgreich behandeln zu können, muss man sich natürlich über die Zusammenhänge bewusst sein. Wer den Beipackzettel seiner Antidepressiva einfach ignoriert, wird sich der Tatsache womöglich gar nicht bewusst sein, dass die sexuelle Lustlosigkeit auf die Einnahme eines bestimmten Medikaments zurückzuführen sein könnte. Dabei gelten einige Präparate als „verdächtiger“ als andere.

 

Die hier aufgelisteten Medikamente können vergleichsweise häufig zu einem Libidoverlust führen:

  • Citalopram (Celexa)
  • Duloxetin (Cymbalta)
  • Escitalopram (Lexapro)
  • Paroxetin (Paxil und Paxil CR)
  • Fluoxetin (Prozac)
  • Sertralin (Zoloft)

Ein etwas geringfügigeres Risiko, negative Wirkungen auf die Libido zu besitzen, besteht bei Medikamenten Buproprion (Wellbutrin) und Mirtazipin (Remeron).

Da einige dieser Präparate hierzulande womöglich unter anderen Produktnamen erhältlich sind, lohnt sich ein Blick auf die Angabe über die enthaltenen Wirkstoffe. Fragen dazu kann selbstverständlich auch ein Arzt oder Apotheker beantworten.

 

Warum verursachen Antidepressiva sexuelle Nebenwirkungen?

Fast alle verschreibungspflichtigen Antidepressiva gehören zu einer Familie von Medikamenten, deren Vertreter als SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) bezeichnet werden. Bei der Langzeiteinnahme steigt der Serotoninspiegel kontinuierlich, was zu einem Gefühl der Ruhe führt und Angstzuständen entgegenwirkt. Die Crux ist jedoch, dass genau dieses Gefühl der Ruhe dafür sorgt, dass Sexualhormone ihre Wirkung nicht entfalten können. Vereinfacht gesagt: Die Botschaft (also die sexuelle Lust) wird im Gehirn nicht weitergeleitet. Antidepressiva dieser Gruppe können also auch als Lustkiller bezeichnet werden.

 

Üblicherweise auftretende Nebenwirkungen von Antidepressiva bei beiden Geschlechtern

Einige Nebenwirkungen von Antidepressiva treten bei beiden Geschlechtern relativ häufig auf. Insbesondere sind das Gewichtszunahme, Übelkeit, Schwindelgefühl und allgemeine Trägheit. Natürlich reagiert jeder Mensch auf seine ganz eigene Art und Weise auf diese Nebenwirkungen. Sexuelle Lustlosigkeit wird aber relativ oft beobachtet und berichtet. Manchmal ist deren Ursache aber auch erst im Kontext zu erkennen.

So kann die genannte Gewichtszunahme dazu führen, dass man sich selbst als weniger attraktiv wahrnimmt und sich dies dann auf die eigene Sexualität auswirkt. In diesem Fall ist es aber durchaus möglich, gegenzusteuern: Durch ein individuell zugeschnittenes Trainingsprogramm kann das Körpergewicht im Griff behalten werden.

Außerdem führt eine bessere Fitness zu einem insgesamt verbesserten Wohlbefinden, was die Lust auf Sex durchaus wiederbringen kann. Ein derartiges Training kann bei Männern im Übrigen auch dazu beitragen, dass die Produktion von Testosteron im Körper angeregt wird. Bekanntlich ist dieses Hormon maßgeblich an der sexuellen Lust beteiligt.

 

Auf die Dosis kommt es an!

Die meisten Antidepressiva wirken sich in fast jeder Dosierung negativ auf die Libido aus. Trotzdem gilt hier häufig auch das Motto: Viel schadet viel. Jedenfalls in Bezug auf die Sexualität. In Absprache mit dem Arzt ist es aber möglich, die Medikamentendosis optimal einzustellen.

So bleiben die Depressionen unter Kontrolle, ohne dass im Umkehrschluss die körperliche Lust komplett zerstört wird. Hierbei kommt es aber sehr auf die Betreuung des behandelnden Arztes an, denn die Reduzierung der Dosis erfordert über mehrere Wochen eine genaue Überwachung.

 

Lust ist eine Sache des Timings!

Diese Aussage könnte als Binsenweisheit verstanden werden, die generell, also auch ohne die Einnahme von Antidepressiva gilt. Denn auch bei gesunden Menschen meldet sich die Lust zu unterschiedlichen Tageszeiten, manchmal dann sogar auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Bei der Einnahme von Antidepressiva kann es hilfreich sein, das Medikament erst nach dem Sex einzunehmen. Das wirkt sich freilich auf die Spontaneität aus, die den Sex bekanntlich besonders prickelnd machen kann.

 

Vielleicht ist der Wechsel zu einem anderen Medikament sinnvoll

Auch wenn weder die Dosierung noch der Zeitpunkt der Einnahme den gewünschten Effekt haben, sind noch nicht sämtliche Optionen ausgeschöpft. In solchen Fällen lohnt sich ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Dieser wird alternative Antidepressiva vorschlagen, die sich wahrscheinlich weniger stark auf die Libido auswirken.

Manchmal kann das bisher eingenommene Medikament auch durch ein weiteres ergänzt werden, um die sexuelle Lust wiederherzustellen. So gibt es Medikamente gegen Erektionsstörungen, die bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva dabei helfen, eine Erektion aufrecht zu erhalten. Frauen hingegen können beispielsweise ein unterstützendes Medikament mit dem Wirkstoff Bupropion verschrieben bekommen.

 

Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut

So wirkungsvoll die hier beschriebenen Tipps auch sind, sie wirken nicht von jetzt auf sofort. Darum ist Geduld gefragt. Wer sich unter Druck setzt und erwartet, dass die Lust gleichsam über Nacht wiederkommt, wird mit Sicherheit eine große Enttäuschung erleben. Besser ist es, den eigenen Körper und das eigene Lustempfinden über einen wochen- oder monatelangen Zeitraum zu beobachten und zu schauen, ob sich die sexuelle Lust wieder zurückmeldet.

Denn genau wie bei anderen Nebenwirkungen von Antidepressiva braucht der Körper immer seine Zeit, um sich umzugewöhnen. Auch hier ist der behandelnde Arzt der richtige Ansprechpartner, der gerne gemeinsam mit dem Patienten eine Zeitleiste erarbeitet, innerhalb der sich positive Veränderungen einstellen sollten.

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