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Begünstigt Sertralin eine erektile Dysfunktion – Libidoverlust?

Sertralin LibidoverlustSertralinist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es wird zur Behandlung einer Reihe von psychischen Erkrankungen verschrieben, zu denen auch Depressionen und Angstzustände zählen. Diese Erkrankungen selbst können eine Ursache für Erektionsstörungen sein. Manchmal liegt die Ursache aber auch im Medikament. Jedenfalls handelt es sich um eine relativ häufige Nebenwirkung, die auch bei Sertralin beobachtet wird. Es lohnt sich daher, einen etwas näheren Blick auf die Zusammenhänge von psychischer Gesundheit, einer Potenzstörung und Medikamenten mit dem Wirkstoff Sertralin zu werfen.

 

Warum kann Sertralin zu einer erektilen Dysfunktion beitragen?

SSRIs wie Zoloft arbeiten, indem sie die im Gehirn verfügbare Menge des Neurotransmitters Serotonin erhöhen. Erhöhte Serotoninwerte können zwar zur Linderung von Depressionen oder Angstzuständen beitragen, sie können jedoch auch problematisch sein für die Sexualfunktion. Woran dies genau liegt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Die Theorien aber sind vielfältig. Auch zahlreiche Studien führten zu dem Schluss, dass Antidepressiva für die folgenden Nebenwirkungen verantwortlich sein können:

  • Unempfindlichkeit oder eine Art Taubheit in den Geschlechtsorganen
  • Herabsetzung der Wirkung der Neurotransmittern Dopamin und Noradrenalin, die für sexuelle Erregung verantwortlich sind
  • Blockade der Wirkung von Stickoxiden: Stickstoffmonoxid entspannt die Muskeln und Blutgefäße, wodurch der Blutfluss in die Geschlechtsteile angeregt wird. Wird der Blutfluss jedoch behindert, ist das Entstehen und die Aufrechterhaltung einer Erektion mühevoll oder unmöglich.

Ob und wie stark diese Nebenwirkungen ausfallen, ist im Einzelfall ganz unterschiedlich. Einige Patienten verspüren gar keine Nebenwirkungen, andere leiden im besonders starken Maße darunter. Häufig braucht der Körper auch eine Weile, um sich an das neu einzunehmende Medikament zu gewöhnen und die Nebenwirkungen verschwinden von alleine.

 

Die Behandlung einer Potenzstörung

Sehr oft wird davon gesprochen, dass Potenzstörungen oder ein Libidoverlustdurch Antidepressiva verursacht sein können. Dies ist zwar zutreffend, berücksichtigt aber eine Tatsache nicht: Nicht selten ist die erektile Dysfunktion auf die psychische Erkrankung beziehungsweise die Depression selbst zurückzuführen. Durch die Einnahme eines Antidepressivums wie Sertralin kann die Potenzstörung also nicht nur verursacht, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch behoben werden.

Wenn eine erektile Dysfunktion also schon vor Beginn der Einnahme eines Antidepressivums bekannt war, sollte nach Beginn der Behandlung noch einige Wochen gewartet werden, ob sich eine Verbesserung einstellt. Ist dies nicht der Fall oder treten die Potenzstörungen erst mit dem Beginn der Einnahme von Sertralin auf, ist unbedingt ein Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt erforderlich. In einem ersten Schritt wird dieser vermutlich dazu raten, die Wirkstoffdosis behutsam zu reduzieren, um letztlich die genau richtige Balance einzuhalten. Denn selbstverständlich sollen die Depressionen im Griff behalten werden, ohne dass dies jedoch zu schwerwiegenden Potenzstörungen führen darf.

Eine andere Option ist der Wechsel zu einem anderen Medikament. Da dies aber wiederum mit ganz eigenen Komplikationen verbunden sein kann, gehen die Ärzte mit dieser Option allerdings nicht ganz leichtfertig um.

 

Die Ursachen für Potenzstörungen können vielfältig sein

Mit Depressionen und Angstzuständen, aber auch mit Antidepressiva wie Sertralin sind nur drei mögliche Gründe für das Auftreten eines Libidoverlusts oder einer erektilen Dysfunktion. Tatsächlich gibt es aber sehr vielfältige mögliche Ursachen, die sich teilweise auch überlagern können. Zu nennen sind hier vor allem die Folgenden.

 

Alter:

Es ist vollkommen normal, wenn die Lust auf Sex mit zunehmendem Alter abnimmt. Bereits ab dem 30. Lebensjahr weist die Kurve langsam, aber kontinuierlich nach unten und Studien zeigen, dass bereits mehr als ein Drittel aller 40jährigen bereits mit erektiler Dysfunktion oder Libidoverlust zu tun hatten beziehungsweise dauerhaft damit zu tun haben. Fachleute raten hier, Abwechslung ins Sexualleben zu bringen und neue Wege zu suchen, die zur sexuellen Lusterfüllung beitragen können.

 

Gesundheitliche Beeinträchtigungen:

Eine ganze Reihe von gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann sich auf das Sexualleben auswirken. Wichtige Beispiele dabei sind Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Peyronie-Krankheit, Multiple Sklerose, Parkinson, Verletzungen des Rückenmarks oder Verletzungen, bei denen die bei Erektionen beteiligten Nerven und Arterien geschädigt wurden.

 

Medikamente:

Neben den erwähnten Antidepressiva können diverse andere Medikamente ebenfalls für einen Verlust der Libido oder eine erektile Dysfunktion sorgen. Auskünfte gibt hier der behandelnde Arzt oder der örtliche Apotheker.

 

Lebensgewohnheiten:

Die individuellen Lebensgewohnheiten sind ursächlich für zahllose Erkrankungen oder Symptome. Insbesondere der übermäßige Alkoholkonsum, das Rauchen und der Drogenmissbrauch sind nicht nur für eine Vielzahl verschiedener Krankheiten verantwortlich. Auch Störungen der Sexualität sind ein häufig auftretendes Phänomen. Vielleicht können sie als Grund betrachtet werden, diese Aspekte in den Griff zu bekommen und sich ggf. die entsprechende Hilfe zu suchen.

Fachleute haben außerdem eine unausgewogene Ernährung, einen Nähr-, Vitamin- und Mineralstoffmangel, Übergewicht, Bewegungsmangel, Schlafmangel und Stress und sogar Langeweile im Verdacht, negative Auswirkungen auf die Sexualität zu haben. Es ist also sinnvoll, bei auftretenden Störungen der Sexualität auch die eigene Lebensführung im Blick zu haben und zu schauen, ob einer der genannten Risikofaktoren auch das eigene Leben betrifft.

Nicht immer braucht es also zwingend eine fachärztliche Behandlung, um für eine wiedererstarkte Libido zu sorgen: Manchmal genügen schon kleine Veränderungen im Alltag, damit es auch in sexueller Hinsicht wieder prickelt.

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